Was eigentlich sind "Pozzis" - die blaugrünen Hochgebirgsoasen?
"1910 hat der Botaniker Briquet den Begriff Pozzines in die Fachliteratur eingeführt. Er setzt sich aus dem korsischen Wort pozzi (Brunnen, Wasserlˆcher) und der Endsilbe -ine (abgeleitet von alpine) zusammen und bezeichnet kurzrasige Flachmoorwiesen, die von mehr oder weniger tiefen Tümpeln übersät sind. Die elliptischen oder unregelmäßig geformten Wasserlöcher stehen mit einem oft mäandrierenden Abflufl in Verbindung, der den Boden entwässert und die Wiesenbildung befördert.
Entstanden sind die Moore auf wasserundurchlässigem Felsuntergrund, der - von Gletschern zu Wannen ausgehobelt - in großen Mengen Schmelzwasser auffängt. Es ist daher kein Zufall, dass die Feuchtwiesen im früher stark vergletscherten Hochgebirge (über 1700 m) und häufig am Rand von Gebirgsseen auftreten. Sie makieren nämlich ein - ästhetisch besonders reizvolles - Zwischenstadium im jahrtausendelangen Verlandungsprozefl, der die mit Schutt aufgefüllten Gletscherseen allmählich in Almen verwandelt. Auf den dauerfeuchten Böden bildet sich eine Pflanzendecke aus Moosen, Riedgräsern und Binsen, die auf Schattseiten in Erlengebüsch übergeht. (aus: Korsika / Alo und Nikolaus Miller. 1993)